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Hintergründe

Die im Sommer 2009 in Kraft getretene bundeseinheitliche Regelung zur Qualifizierung von betrieblichem Bildungspersonal fällt wie erwartet nicht vom Himmel. Vielmehr haben unterschiedliche Interessensgruppen lange darauf hin gearbeitet die berufliche Aus- und Weiterbildung zu professionalisieren und einhergehend damit die Qualifizierungsangebote für (betriebliches) Bildungspersonal zu verbessern. Die GAB München ist seit mehr als 25 Jahren einer dieser Mitstreiter und hat in unterschiedlichen Forschungs-, Beratungs- und Entwicklungsprojekten auch für die Professionalisierung der beruflichen Aus- und Weiterbildung gearbeitet. Eines der letzten Projekte war die Entwicklung des Fortbildungsberufes Berufspädagogen/in (IHK) in Zusammenarbeit mit einem Trägerkonsortium (s.u.).

Berufspädagoge (IHK) als Vorläufer

Wesentliche Teile dieses Fortbildungsberufes Berufspädagoge (IHK) sind in die nun geltende, bundeseinheitliche Regelung (Geprüfte/r Aus- und Weiterbildungspädagogin/e und Geprüfte/r Berufspädagoge/in) eingegangen. Somit hat die GAB-München in Zusammenarbeit mit dem Trägerkonsortium einen Vorläufer der jetzigen Regelung entwickelt und darauf sind wir stolz. Mit dem Berufspädagogen (IHK) wurde damals ein neuer, eigenständiger Fortbildungsberuf entwickelt, der allen Gruppen von Berufsausbildern die Möglichkeit eröffnet, sich pädagogisch zu professionalisieren und diese Professionalisierung mit einem IHK-Abschluss zu dokumentieren. Zielgruppe dieser berufspädagogischen Fortbildung waren in den Jahren 2004- 2009 in erster Linie Personen, die als Ausbilder, Trainer, Dozent, Ausbildungsmeister, Coach u.ä. in der beruflichen Aus- und Weiterbildung tätig waren, eine gute fachliche Qualifikation genossen haben, sich jedoch im Bereich moderner, berufspädagogischer Methoden und Ausbildungsstrukturen weiterqualifizieren wollten. Im Rahmen der Projektlaufzeit haben allein in Bayern rund 100 Personen an der Fortbildung Berufspädagoge (IHK) teilgenommen.

Die Fortbildung zum Berufspädagogen (IHK) war berufsbegleitend und modular angelegt, und gliederte sich in folgende Module.

  • Basismodul 1: Organisation und Planung beruflicher Bildungsprozesse
  • Basismodul 2: Begleitung der Lernenden und ihres Lernprozesses
  • Basismodul 3: Lernende beurteilen und prüfen; Kompetenzen feststellen
  • Basismodul 4: Aus- und Weiterbildungsmarketing, Controlling, Qualitätsmanagement
  • Wahlmodul 5: Aufgaben von Ausbildern in der Weiterbildung
  • Wahlmodul 6: Beratung von Ausbildern und Aus- bzw.- Weiterbildungsstätten
  • Wahlmodul 7: Rehabilitations- und Sonderpädagogik

Bei genauer Betrachtung wird deutlich, dass die Themen fast wortgenau in die seit Sommer 2009 geordneten Fortbildungsberufe Geprüfte/r Aus- und Weiterbildungspädagogin/e und Geprüfte/r Berufspädagoge/in Eingang gefunden haben. Daher betrachten wir uns als einer der vielen Väter der heute geltenden Qualifizierungsmöglichkeiten für berufliches Bildungspersonal.

Der methodische Ansatz

Der methodische Ansatz der Fortbildung zum Berufspädagogen (IHK) war damals neuartig und gleichzeitig vielversprechend. Rückblickend hat er sich in mehreren Kursen und bei unterschiedlichen Lerngruppen bewährt und ist zu einem Merkmal geworden, das viele TeilnehmerInnen an unseren Fortbildungen besonders schätzen. Daher werden die Fortbildungen zum/r Geprüften Aus- und Weiterbildungspädagogin/en und zum/r Geprüften Berufspädagogen/in, die auf dieser Webpage dargestellt werden, mit dem gleichen methodisch und didaktisch Ansatz durchgeführt.

Aber was ist genau der methodische Ansatz und wo liegt der Unterschied zu einem traditionellen Seminar?
In der heutigen Berufsbildungspraxis gewinnt das Lernen in der Arbeit (geschäfts-/ prozessorientiertes Lernen) zur Entwicklung beruflicher Handlungskompetenz immer größere Bedeutung. Im Rahmen der Entwicklung des Berufspädagogen (IHK) wurde deutlich, dass solche modernen Lernformen auch gerade beim dieser Fortbildung im Mittelpunkt stehen, dass aber auch die Fortbildung selbst in diesem Sinne durchgeführt werden sollte. Moderne Lernformen sollten also nicht nur behandelt, sondern exemplarisch erlebbar gemacht werden. Deshalb wurden in allen Kursen zum Berufspädagogen (IHK) modernen handlungs- und prozessorientierten Weiterbildungsmethoden eingesetzt und die TeilnehmerInnen konnten sie „am eigenen Leib“ erfahren. Dazu gehörten vor allem Methoden des entdeckenden (selbstgesteuerten) Lernens, des Lernens an Realprojekten, Austausch über eigenen Lernerfahrungen in Lerngruppen, etc.. Entsprechend Ihrem persönlichen Lernbedarf bzw. den Alltagsanforderungen waren die Teilnehmer aufgefordert– unterstützt durch den Lernprozessbegleiter – konkrete Projekte selbständig in der eigenen Aus- und Weiterbildungspraxis durchführen und die Lernerfahrungen gemeinsam in einer Lerngruppe verarbeiten. Grundsätzlich wurden die Projekte individuell oder in kleinen Teams in Echtsituationen durchgeführt. Dazu gehörte auch ein fall- und praxisbezogenes Selbststudium, das durch Lerntexte und eine e-learning-Plattform unterstützt wurde.

Teilnehmer müssen sich einbringen

Diese, für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer neue Art des Lernens, hat einige Bedingungen und Folgen: Nach unserem Verständnis, kann immer nur der Lernende / Arbeitende selbst Lernen. Man kann nicht gelernt werden! Eigenaktivität ist die Voraussetzung, damit sich Wissen und Können ändert, und sich Kompetenzen bilden können. Das heißt: TeilnehmerInnen müssen ihre Fragen und Erfahrungen einbringen, sich trauen, sich auf etwas Neues einzulassen, etwas auszuprobieren und neue Erfahrungen machen wollen. Kurzum: Die Lernenden sind gefordert sich in der Fortbildung zu engagieren und reale Praxisprojekte durchzuführen. Belohnt werden sie dafür mit realen Erfolgen und können alternative Vorgehensweisen an den Projekten ihrer Lerngruppenmitglieder studieren. Wie gesagt, dieser Ansatz hat sich bewährt. Daher bleiben wir ihm treu und führen die Fortbildungen zum/r Geprüften Aus- und Weiterbildungspädagogin/en und zum/r Geprüften Berufspädagogen/in in ähnlicher Weise durch.

Verbreitung des Berufspädagogen (IHK)

Das Konzept zur Fortbildung zum Berufspädagogen (IHK) haben erfahrene Dozenten, die von den an diesem Projekt beteiligten Bildungsträgern (Trägerkreis, s.u.) benannt wurden, gemeinsam mit der Gesellschaft für Ausbildungsforschung und Berufsentwicklung - GAB München (Projektkoordination) entwickelt. Danach wurde das Bildungskonzept deutschlandweit verbreitet und z.B. von unterschiedlichen Bildungsträgern, Industrie- und Handelskammern, der Zentralstelle für Weiterbildung im Handwerk und anderen Organisationen aufgegriffen. Mit der Einführung den bundesweit geregelten Abschlüssen zum/r Geprüften Aus- und Weiterbildungspädagogin/en und zum/r Geprüften Berufspädagogen/in geht die Entwicklungsarbeit des Berufspädagogen (IHK) aus unserer Sicht in eine bundesweite Systemlösung über. Wir begrüßen dies und danken allen daran Beteiligten.

Zahlen, Daten, Fakten zum Berufspädagogen (IHK)

Projektkoordination des Projektes „Berufspädagoge (IHK)“

GAB München - Gesellschaft für Ausbildungsforschung und Berufsentwicklung mbH
Herr Prof. Dr. Michael Brater
Frau Angelika Dufter-Weis
Lindwurmstr. 41-43
80337 München
Tel.: 089 / 2441791-0
Fax: 089 / 2441791-15
info@ausbilder-weiterbildung.de

Entwicklung durch:

Bundesverbands Deutscher Berufsausbilder e.V.
IHK-Akademie München
Akademie Handel
Berufsförderungswerk, BFW München
Berufsbildungswerk Burghausen, BBIW
Berufsbildungswerk BBW Waldwinkel
BFZ Berufsförderungszentrum Peters GmbH

Veröffentlichungen:

Neuer Beruf für betriebsbezogene Bildungsdienstleistungen - Gepr. Berufspädagoge/-in für Aus- und Weiterbildung IHK

Projektträger
Extraordinariat für Sozioökonomie der Arbeits- und Berufswelt an der Universität Augsburg, Lehrstuhl Prof. Dr. F. Böhle

Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung, BIBB durchgeführt

Die Entwicklung des Fortbildungsberufs „Berufspädagoge“ und die Durchführung der Pilot-Lehrgänge wurde aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert.

Beirat

Die Arbeit des Projekts „Berufspädagoge (IHK)“ wurde von einem Beirat begleitet, in dem Vertreter folgender Institutionen und Unternehmen zusammenarbeiteten:

Akademie Handel - Akademie Bayerische Genossenschaften - Audi AG, Ingolstadt - BBZ Mainsite Services Aus- & Weiterbildung, Obernburg - Berufsbildungswerk Waldwinkel - BFZ Berufsförderungszentrum Peters GmbH - Berufsförderungswerk Hamburg - Berufsförderungswerk München - Berufsschule für Bürokommunikation, München - Berufsschule mit Berufsfachschulen für Hauswirtschaft und Kinderpflege, München - Berufsbildungszentrum Fulda GmbH - Bildungszentrum Kassel - Bildungszentrum des bayerischen Handels - BMW AG PM 53, München - Bundesinstitut für Berufsbildung, Bonn - Bundesverband deutscher Berufsausbilder - Deutsche Berufsausbilder Akademie - DHV - Landesverband Bayern - Deutsche Telekom AG, München - Elektro Technologie Zentrum, Stuttgart – GAB München, Gesellschaft für Ausbildungsforschung und Berufsentwicklung mbH - Hypo Vereinsbank, München - IHK für München und Oberbayern - IHK Rostock - Staatl. Berufsschule und Berufsfachschule, Starnberg - Stahlgruber Otto Gruber GmbH & Co. KG, Poing - Sparkassenakademie Bayern - Stadtwerke München GmbH - Städt. Berufsschule für Medienberufe, München - Schweriner Ausbildungszentrum e.V. - SKF GmbH, Schweinfurt - Universität der Bundeswehr Hamburg Professur für Berufs- und Arbeitspädagogik - ZF Sachs AG, Schweinfurt

 


 

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